Grihastha Bhakti im Familienleben — Premanand Maharaj
Grihastha Bhakti nach Premanand Maharaj: wie Familienleben, Pflichterfüllung und Naam Jap zur höchsten spirituellen Praxis werden.

Was bedeutet es wirklich, im Familienleben spirituell zu leben?
Die meisten Menschen, die in einer Familie leben, tragen denselben stillen Zweifel mit sich: „Hingabe (Bhakti) ist doch eigentlich für die Mönche und Asketen gedacht. Wir haben ein Haus, Kinder, einen Beruf, wie sollen wir im Familienleben überhaupt eine echte spirituelle Praxis führen?"
Shri Premanand Ji Maharaj durchbricht diese Vorstellung in seinen Satsangs immer wieder. Nach seiner Lehre ist Grihastha Bhakti (die Hingabe im Familienleben) nicht nur möglich, vielmehr bildet das Leben als Hausvater und Hausmutter selbst das tragfähigste Fundament jeder echten spirituellen Praxis.
Dieser Leitfaden fasst die Lehren zusammen, die Maharaj Ji in achtunddreißig verschiedenen Satsangs zu diesem Thema gegeben hat: die Würde des Familienlebens, die Beziehung zwischen Ehepartnern, die Kunst, die alltägliche Pflicht in einen Gottesdienst zu verwandeln, und der Weg, im Geflecht der Maya (der weltlichen Verstrickung) das Göttliche zu finden.
Durch all diese Satsangs zieht sich eine einzige Chaupai (vierzeilige Strophe), die Maharaj Ji in mindestens sieben unterschiedlichen Zusammenhängen zitiert:
"नाथ सकल संपदा तुम्हारी। मैं सेवक समेत सुत नारी।।"
„Herr, aller Besitz gehört Dir allein. Mitsamt Frau und Kindern bin ich nur Dein Diener."
Diese eine Strophe enthält die ganze Spiritualität des Familienlebens: die Familie, der Besitz, das eigene Selbst, alles ist Eigentum des Göttlichen; der Mensch ist nur Diener. An jenem Tag, an dem dieses Empfinden tatsächlich im Herzen Wurzel schlägt, verwandelt sich der Alltag des Hausvaters in eine Sadhana (eine fortgeschrittene spirituelle Übung).
Die Würde des Familienlebens: „Die Wurzel von allem"
In der Gesellschaft hält sich seit Jahrhunderten die Vorstellung, dass nur Sannyasa (die Entsagung) und Vairagya (die völlige Abkehr von der Welt) den höchsten Pfad bilden, während das Leben als Familienmensch ein Hindernis sei. Maharaj Ji fordert diese Vorstellung mit aller Klarheit heraus.
"गृहस्थ धर्म सबसे बड़ा मूल है। इसी गृहस्थ से संत उपजते हैं। इसी गृहस्थ में भगवान का अवतार होता है।"
„Das Familienleben (Grihastha-Dharma) ist die größte Wurzel von allem. Aus diesem Familienleben gehen die Heiligen hervor, und in diesem Familienleben nimmt selbst das Göttliche seine irdische Gestalt an."
3:36
"मनुष्य जीवन में गृहस्थ धर्म बहुत बड़ा श्रेष्ठ धर्म है जिसमें संत भी प्रकट होते हैं और संतों का पालन पोषण भी गृहस्थ धर्म से होता है।"
„Im menschlichen Dasein ist das Familienleben ein außerordentlich erhabener Pfad: in ihm erscheinen die Heiligen, und durch dieses Familienleben werden die Heiligen auch ernährt und großgezogen."
1:06
Sogar die Quelle, aus der die zurückgezogenen Asketen ihre tägliche Almosenspeise erhalten, ist nichts anderes als der Hausstand:
"हम जितने विरक्त जन हैं गृहस्थी में ही पैदा हुए... और चाहे जितना बड़ा महापुरुष हो, यह भिक्षा गृहस्थ से ही मिलती है।"
„Wir alle, die wir entsagende Mönche sind, wurden zunächst in Familien geboren. Und mag ein Heiliger noch so groß sein, seine Almosenschale wird stets vom Hausstand gefüllt."
43:16
Die Bedeutung des Familienlebens in drei Punkten
- Ursprung der Heiligen: Jeder große spirituelle Lehrer wurde im Haus eines Familienvaters und einer Familienmutter geboren.
- Erscheinung des Göttlichen: Rama, Krishna und alle übrigen Avatare nahmen ihre Gestalt in Familien an, nicht in Klausen.
- Lebensgrundlage des Mönchs: Die Almosenschale jedes Sadhus und Sannyasins wird an der Tür eines Familienhaushalts gefüllt.
Das Familienleben ist also kein Hindernis auf dem spirituellen Weg, sondern dessen Trägerschicht.

Die Pflicht selbst ist die Puja: der praktische Weg der Grihastha Bhakti
„Ich finde keine Zeit, um in den Tempel zu gehen." Dies ist die häufigste Klage von Menschen mit Familie und Beruf. Die Antwort von Maharaj Ji ist von erfrischender Schlichtheit: Die Arbeit, die du gerade ohnehin verrichtest, ist bereits deine Puja (deine rituelle Verehrung).
"जो कर्म कर रहे हो वो भगवान को अर्पित करते जाओ और नाम जप करते जाओ और यह सोचो कि यह मैं सब प्रभु के लिए कर रहा हूं।"
„Was du auch tust, weihe es laufend dem Göttlichen, halte gleichzeitig den Naam Jap (die Namensrezitation) aufrecht und denke immer wieder: All dies tue ich für den Herrn."
44:11
"अपने कर्तव्य को ही पूजा समझे। कर्तव्य में भय और प्रलोभन का त्याग करके... तो हमारी कर्तव्य पूजा हो जाएगी।"
„Sieh deine Pflicht selbst als Gottesdienst an. Wenn du in der Erfüllung dieser Pflicht Angst und Verlockung gleichermaßen aufgibst, wird die Pflicht zur tatsächlichen Verehrung."
0:14
"सबसे बड़ी पूजा है अपने कर्तव्य का पालन करना जो भगवान ने हमें कर्तव्य दिया।"
„Die größte Form der Verehrung besteht darin, jene Pflicht treu zu erfüllen, die das Göttliche uns selbst zugeteilt hat."
0:42
Die Lektion eines Richters am Obersten Gericht
In einem Satsang trat ein Richter des indischen Obersten Gerichtshofs an Maharaj Ji heran und sagte: „Während ich meiner Arbeit nachgehe, lasse ich die innere Erinnerung an das Göttliche ununterbrochen weiterlaufen." Maharaj Ji lobte diesen Satz nachdrücklich und stellte fest, dass genau dies die wahre Hingabe sei. Wenn ein Richter Recht spricht, eine Mutter ihr Kind großzieht oder ein Kaufmann ehrlich Handel treibt, und sie dabei innerlich das Göttliche im Blick behalten, dann ist genau dies bereits Bhakti im vollen Sinne des Wortes.
Praktische Übung: drei Grundsätze
| Grundsatz | Bedeutung |
|---|---|
| Arpan (Darbringung) | Was du auch tust, vollziehe es als Opfergabe an das Göttliche. |
| Smaran (Erinnerung) | Lasse den Naam Jap auch während der Arbeit innerlich weiterlaufen. |
| Bhavana (innere Haltung) | „All dies tue ich für meinen Herrn." |
Diese drei Grundsätze zusammen verwandeln den Familienmenschen in einen wahren Gottgeweihten, ohne dass er sein Haus auch nur einen Tag verlassen müsste.

Die Beziehung zwischen Ehepartnern: Liebe, Vertrauen und Hingabe
Maharaj Ji spricht über die Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau mit einer ungewöhnlichen Klarheit, die zugleich praktisch verwertbar bleibt.
Das Kennzeichen einer reifen Partnerschaft
"अगर मैं मुस्कुरा देती तो मेरा पति मुस्कुरा देता है। वो आनंदित हो जाता है। ये बात होनी चाहिए।"
„Wenn ich lächle, lächelt auch mein Ehemann zurück. Er wird selbst freudig. Genau diese Verbundenheit sollte in jeder Familie spürbar sein."
36:05
"हम भावना करते हैं आप मेहनत करके आठ घंटे कहीं से भी और जब घर पहुंचते हैं और आपको दौड़ के बाहर स्वागत करती है।"
„Stelle dir folgende Szene vor: Du arbeitest acht Stunden hart außer Haus, und wenn du nach Hause kommst, eilt deine Ehefrau dir voller Freude an die Tür entgegen, um dich zu empfangen."
11:35
Vertrauen: das Fundament des gemeinsamen Hauses
"जब बढ़ेगा पति-पत्नी में अविश्वास तो गृहस्ती चौपट हो जाएगी।"
„Sobald das Misstrauen zwischen den Eheleuten zunimmt, gerät das ganze Familienleben aus den Fugen."
11:25
Maharaj Ji nimmt auch das Leid wahr, das die heutige Gesellschaft prägt:
"पति किसी और के साथ जा रहा है। पत्नी किसी और के साथ जा रही है। लड़ाई झगड़ा होता है, मारपीट होती है, हिंसा होती है।"
„Der Ehemann zieht mit einer fremden Frau, die Ehefrau geht mit einem fremden Mann. So entstehen Streit, Schläge und schließlich offene Gewalt im Haus."
39:17
"जब हमारी अभ्यास वृत्ति चार पुरुषों से मिलने की हो जाएगी, चार लड़कियों से मिलने की हो जाएगी तो हमारा गृहस्थ धर्म नष्ट हो जाएगा।"
„Sobald sich in uns die Gewohnheit einnistet, mit mehreren Männern oder mehreren Frauen vertraulichen Umgang zu pflegen, ist das ganze Familienleben dem Untergang geweiht."
35:39
Wenn die Beziehung schwer fällt
Für jene Menschen, die sich in ihrer Ehe gefangen fühlen, hat Maharaj Ji eine erstaunliche Antwort bereit:
"तो नाटक ही करो ना, क्या परेशानी! पति का नाटक करने में क्या परेशानी? पति तो प्रभु है... राधा राधा नाम जप करो। बढ़िया पार हो जाओगे।"
„Dann spiele eben deine Rolle als Theaterstück, wo liegt das Problem? Was kann es schwer sein, die Rolle des Ehemanns oder der Ehefrau auf der Bühne zu spielen? Der Ehemann ist letztlich der Herr selbst. Wiederhole dabei einfach „Radha, Radha", und du wirst wunderbar hindurchkommen."
0:18
Das Wort „Theaterstück" trägt hier eine ungewöhnlich tiefe Bedeutung. Der Sinn liegt darin, die eigene Rolle in der göttlichen Lila (dem Spiel des Göttlichen) gewissenhaft zu spielen, ohne sich selbst in dieser Rolle zu verlieren. Die Beziehung zwischen Eheleuten ist Teil dieses göttlichen Spiels, und sobald man sie aus dieser Perspektive betrachtet, verwandelt sich genau diese Bindung in das Tor zur inneren Befreiung.
Wie sich Apnapan (innere Verbundenheit) im häuslichen Alltag tatsächlich einüben lässt, beschreibt Maharaj Ji ausführlich in seinen fünf praktischen Grundsätzen, die hier nachzulesen sind: Die fünf Sutras des Apnapan, der praktische Leitfaden von Maharaj Ji.

Familienleben oder Mönchspfad: die Wegweisung von Maharaj Ji
Immer wieder kommt die Frage: „Sollte ich nicht doch lieber Sannyasa nehmen? Lässt sich überhaupt im Familienleben die Befreiung erreichen?" Maharaj Ji antwortet darauf mit ungewöhnlich behutsamen, sorgfältig gewählten Worten.
Ein einzigartiger Vergleich
"गृहस्थ धर्म में विषयों पर विजय प्राप्त करना मानो किले के अंदर रहकर लड़ाई लड़ना और विरक्त का है पूरे चौड़े पर युद्ध करना।"
„Im Familienleben über die Sinnesreize zu siegen, gleicht einer Schlacht, die man aus dem Inneren einer Festung heraus führt; der Mönchspfad dagegen ist die Schlacht auf offenem Schlachtfeld, ohne jede schützende Mauer."
3:14
Eine Festung schützt von innen. Der Familienmensch verfügt über die Mauern aus Regeln, Familienpflichten und sozialer Verantwortung, die ihn vor den äußeren Sinnesreizen abschirmen. Der Mönch hingegen kämpft auf offenem Feld, ohne jeden Schutzpanzer.
Eine ernste Warnung vor dem Mönchspfad
"यदि विरक्त मार्ग में कदम रखो तो आजीवन जलना है। यह हमारा शब्द याद रख लो। जलना है। सिर्फ जलना है।"
„Wenn du den Pfad des Mönchs (Vairagya) betrittst, dann brennst du dein ganzes Leben lang. Behalte dieses Wort von mir gut in Erinnerung. Du wirst brennen. Nichts als brennen."
7:48
"विरक्त में उसे जाना चाहिए जिसने जीवित मर जाए।"
„Den Mönchspfad sollte nur derjenige beschreiten, der bereits zu Lebzeiten innerlich gestorben ist."
25:23
"बहुत सोच समझकर विरक्त मार्ग में कदम रखना चाहिए... आजीवन नियम में रहना, कहीं न कहीं चूक न हो जाए।"
„Erst nach langem, sorgfältigem Nachdenken sollte man den Mönchspfad betreten. Ein Leben lang in strengen Geboten zu wandeln, ohne dass irgendwo doch ein Fehler unterläuft, das ist die wahre Härte dieses Weges."
Die klare Empfehlung von Maharaj Ji: Solange das lebenslange Brahmacharya (das absolute Zölibat) nicht mit innerer Festigkeit beschlossen ist, ist das Familienleben ohne Zweifel der bessere Weg.
Die letztliche Einheit beider Wege
Trotz dieser Warnungen behauptet Maharaj Ji nirgends eine Überlegenheit oder Unterlegenheit eines der beiden Wege:
"हम दोनों घर पहुंचते हैं एक ही, हम दोनों के मिलने वाले पिता एक ही हैं।"
„Beide Wege führen ans selbe Haus, der Vater, dem wir am Ende gegenüberstehen, ist für beide Wege ein und derselbe."
42:58
"वैरागी मार्ग में चलते हुए जो गति भगवान की प्राप्त करते हैं, वही गृहस्थ में भी।"
„Genau jene Erlangung des Göttlichen, die der Mönch auf seinem Pfad erreicht, ist auch dem Familienmenschen vollständig zugänglich."
3:53
Das Ziel ist eines, die Wege sind zwei. Welcher Weg deiner inneren Veranlagung entspricht, der ist für dich auch der überlegene.

Liebe und Anhaftung: in der Welt leben und doch frei sein
Die größte innere Herausforderung jedes Familienmenschen liegt in der feinen Unterscheidung zwischen echter Liebe zur Familie und der bindenden Anhaftung (Moh). Maharaj Ji entfaltet diese Unterscheidung mit großer Sorgfalt.
"भगवत भावना करके प्रेम करो। अभी आनंद आ जाए... मोह के कारण आपकी दुर्गति होती है और प्रेम करो तो उसमें भी भगवान है।"
„Liebe deine Angehörigen mit der Bhagavat Bhavana (mit dem Bewusstsein der göttlichen Gegenwart). Schon in diesem Augenblick wird Freude in dir aufsteigen. Anhaftung führt in den Niedergang, doch wenn du wirklich liebst, ist auch in dieser Liebe das Göttliche selbst gegenwärtig."
38:48
"पत्नी से प्रेम करो, पुत्र से प्रेम करो, माता-पिता से प्रेम करो... प्रेम तभी होता है जब हम भगवान देखते हैं।"
„Liebe deine Ehefrau, liebe deinen Sohn, liebe deine Eltern. Doch echte Liebe entsteht erst dann, wenn wir in jedem dieser Menschen die Gegenwart des Göttlichen erblicken."
38:58
Der Unterschied zwischen Liebe und Anhaftung
| Anhaftung (Moh) | Liebe mit Bhagavat Bhavana | |
|---|---|---|
| Sichtweise | In der Familie wird nur die Familie wahrgenommen | In der Familie scheint das Göttliche durch |
| Folge | Niedergang, Bindung, Leid | Freude, innere Befreiung |
| Erleben | Sorge, Zorn, Angst | Frieden, Gnadenempfinden |
| Grundhaltung | „Dies gehört mir" | „Nath sakal sampada tumhari" |
Das philosophische Fundament: Körper und wahres Wesen
An einer entscheidenden Stelle macht Maharaj Ji eine Aussage von außerordentlicher metaphysischer Tragweite:
"गृहस्थ धर्म और विरक्त धर्म ये शरीर के हैं, ना कि स्वरूप के हैं। स्वरूप से हम सब भगवत धर्म वाले हैं।"
„Familienleben und Mönchsleben sind Pfade des Körpers, nicht des wahren Wesens (Svarupa). Im wahren Wesen sind wir alle ohne Ausnahme dem einen göttlichen Dharma verbunden."
5:35
"स्वरूप में तो जो हम हैं सो तुम हो। जो तुम हो वही सब रूपों में है।"
„Im wahren Wesen ist das, was ich bin, auch das, was du bist. Und was du bist, durchdringt sämtliche Formen, in denen das Leben sich zeigt."
5:53
Eine ausführliche Anleitung dafür, wie man inmitten der Maya das Göttliche dennoch erreicht, findet sich hier: Wie man der Maya entkommt, der wahre Weg des Naam Jap.

Die Sanatana-Hochzeitstradition und die heutige Gesellschaft
Während Maharaj Ji die Würde der Sanatana-Hochzeitstradition (der ewigen vedischen Eheordnung) lobt, bringt er zugleich seine tiefe Sorge über deren fortschreitenden Verfall in der modernen Gesellschaft zum Ausdruck.
"जब तक ब्याह नहीं होता था बच्चे ब्रह्मचर्य रहते जानते ही नहीं थे संसार... जब ब्याह हुआ तो आजीवन एक दूसरे की गलतियों को सहते हुए वो एक ही घर में रहते। तलाक शब्द हमने कभी नहीं सुना।"
„Bis zur Heirat lebten die jungen Menschen einst im Brahmacharya (in vollständiger Enthaltsamkeit) und wussten von der weltlichen Verstrickung überhaupt nichts. War die Hochzeit dann vollzogen, ertrugen die Eheleute lebenslang die Schwächen des anderen und blieben unter einem einzigen Dach. Das Wort Scheidung hatten wir damals nie auch nur gehört."
47:33
"लड़की लड़के को तब देखती थी जब मंडप पर बैठा होता था। और लड़का लड़की को तब देखता था जब घर में पहुंच जाती थी। लेकिन आजीवन दोनों निर्वाह करते थे। खूब बढ़िया संतान और खूब परिवार।"
„Das Mädchen erblickte den jungen Mann zum allerersten Mal, sobald er bereits unter dem Hochzeitsdach saß. Und der junge Mann sah das Mädchen erst, nachdem sie in seinem Haus angekommen war. Trotzdem hielten beide ihr ganzes Leben lang treu zueinander. Es entstanden außergewöhnlich gute Kinder und außergewöhnlich starke Familien."
43:04
Die zentrale Botschaft, die Maharaj Ji in diesen Aussagen vermittelt, lautet: Wichtiger als das vorherige Kennenlernen oder die moderne „Liebesheirat" sind Bindekraft und Geduld. Sobald beide Eheleute mit dem festen Vorsatz lebenslanger Treue in die Verbindung eintreten, wächst und blüht die Familie auf natürliche Weise.
Zentrale Schriftstellen, die Maharaj Ji zitiert
1. Die zentrale Chaupai: das Herzstück der Spiritualität im Familienleben
"नाथ सकल संपदा तुम्हारी। मैं सेवक समेत सुत नारी।।"
„Herr, aller Besitz gehört Dir allein. Mitsamt Frau und Kindern bin ich nur Dein Diener."
Maharaj Ji erkennt in dieser einen Strophe das Mulamantra (das Wurzelmantra) der Grihastha Bhakti. Familie und Besitz, alles gehört dem Göttlichen, der Mensch ist nur Diener. Sobald dieses eine Empfinden im Herzen wirklich Wurzel schlägt, schwinden Anhaftung und Besitzdenken ganz von selbst.
2. Das Gebet um beständige Liebe
Maharaj Ji erinnert ebenfalls an eine weitere Chaupai von Tulsidas, in der gebetet wird, dass dem Lüsternen die Frau und dem Geizigen das Geld unablässig vor Augen stehen, und dass auf genau dieselbe Weise auch Shri Raghunath Ji (der Herr Rama) ohne Unterbrechung vor Augen stehen möge. Dieses Gebet ist für den Familienmenschen ebenso wichtig wie für den Mönch: das Göttliche inmitten der weltlichen Verstrickung mit derselben unablässigen Sehnsucht zu suchen.
Die Geschichte der treuen Ehefrau, erzählt von Maharaj Ji
Quelle: Im Familienleben kann man keinen Bhajan machen! — Satsang von Maharaj Ji
Einst kam ein wandernder Mönch in ein Dorf und bat an der Tür einer Pativrata (einer ihrem Mann vollkommen ergebenen Ehefrau) um Almosen.
Die Frau musste zuerst die Erlaubnis ihres Ehemannes einholen, weshalb es zu einer kleinen Verzögerung kam.
Der Mönch wurde ungeduldig und sprach zornig: „Glaubt nur nicht, ihr seid wie das kleine Vögelchen im Baum, dass mein Blick euch zu Asche verbrennen könnte."
Doch jene heilige Frau zählte ihm in ruhigem Tonfall die Stationen seiner gesamten bisherigen Askese in allen Einzelheiten auf, als läge sein Leben offen vor ihr.
Der Mönch erstarrte vor Staunen. Er fragte: „Wie ist dir all dies bekannt geworden?"
Die Frau gab zur Antwort:
"मैं अपने पति को भगवान मानती हूं। कभी पर पुरुष का स्पर्श नहीं किया और भगवान का चिंतन करती हूं। पति की सेवा करती हूं। मुझे तीनों काल [का ज्ञान है]।"
„Ich sehe in meinem Ehemann das Göttliche selbst. Niemals habe ich einen fremden Mann auch nur berührt, und ich versenke mich beständig in die Erinnerung des Göttlichen. Ich diene meinem Mann. Daraus entsteht in mir das Wissen um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft."
Die Botschaft dieser Erzählung ist klar: Pativrata Dharma (die völlige Hingabe an den Ehemann) ist nicht bloß eine familiäre Konvention, sondern eine echte Tapasya (eine spirituelle Glut). Wer seine häusliche Pflicht in vollkommener Hingabe erfüllt, vollzieht damit bereits die höchste Sadhana. Jene Frau war nicht in den Wald gezogen, sie hatte keine besondere Pujamethode angewandt; sie hatte ihre tägliche Pflicht zur eigentlichen Hingabe erhoben.

Grihastha Bhakti im Alltag: wie die Praxis beginnen
Die gesammelten Lehren von Maharaj Ji lassen sich in fünf praktischen Punkten verdichten:
1. Die Chaupai im Herzen verankern
"नाथ सकल संपदा तुम्हारी, मैं सेवक समेत सुत नारी"
„Herr, aller Besitz gehört Dir allein, mitsamt Frau und Kindern bin ich nur Dein Diener."
Wiederhole diese Strophe jeden Morgen nach dem Aufwachen. Übe das innere Empfinden, dass die Familie nicht „mein", sondern „Eigentum des Göttlichen" ist. Ehefrau, Ehemann, Kinder, alle gehören dem Herrn; ich bin nur sein Diener.
2. Die Pflicht in Puja verwandeln
Was du auch tust, sei es Kochen, der Weg ins Büro, die Hausaufgabenhilfe für die Kinder, halte innerlich die Haltung aufrecht: „All dies tue ich für meinen Herrn." Wenn ein Richter aus der Gottesgesinnung heraus Recht spricht, eine Mutter aus derselben Gesinnung ihr Kind aufzieht, dann ist genau dies bereits Bhakti.
3. Den Naam Jap in den Tag einweben
Im Aufstehen, im Niedersetzen, im Gehen und im Stehen sollte unausgesetzt „Radha, Radha" oder der Name der eigenen Ishta-Devata (der persönlich verehrten Form des Göttlichen) innerlich klingen. Dass Naam Jap und alltägliche Pflicht parallel zueinander laufen können, ist die besondere Stärke des Familienmenschen. Die ausführliche Methode beschreibt: Wie man der Maya entkommt, der wahre Weg des Naam Jap. Die vollständige Anleitung zum Radha Naam Jap, einschließlich Mala, Mantra, Tageszeit, Anzahl und Warnung vor den zehn Naam-Aparadhas (Vergehen gegen den heiligen Namen), findet sich hier: Die Methode des Radha Naam Jap, der einfache Weg zum wahren Sieg über die Maya.
4. Das Göttliche in der Familie wahrnehmen
Erblicke im Ehepartner das Göttliche, in den Kindern eine Gestalt des Göttlichen. Dies ist keine Anhaftung, sondern Bhagavat Prema (göttliche Liebe). Sobald sich diese Sichtweise einstellt, verwandeln sich genau jene Beziehungen, die zuvor wie Fesseln erschienen, in das Hauptmedium der Bhakti.
5. Eine spirituelle Atmosphäre im Haus schaffen
Morgens und abends Bhajan, die tägliche Verehrung der Tulsi-Pflanze, das gemeinsame Hören von Satsang: Es sind diese kleinen, beharrlichen Gewohnheiten, die ganze Familien innerlich verwandeln. Die Sanskaras der Kinder kommen nicht aus der Schule, sie wachsen aus dem täglichen Vorbild ihrer Eltern.
Dieser Beitrag ist aus den Satsangs von Shri Premanand Ji Maharaj zusammengetragen worden. Die hier wiedergegebenen Lehren beruhen auf den Worten von Maharaj Ji selbst. Bei persönlichen Fragen zur eigenen Sadhana möge der Suchende stets die Zuflucht eines lebenden Sadguru ergreifen.
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Häufig gestellte Fragen

Unabhängiger Autor, jaapak.com
Ich habe die Jaapak-App entwickelt. Ich schreibe in einfachem Hindi über die Bhagavad Gita und die Satsang-Tradition.
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